Das Umweltbildungszentrum in Augsburg nimmt mit Lehmwänden Gestalt an

Augsburg wird einen festen Ort für Umweltbildung bekommen. Im Frühjahr 2022 soll das Lehmgebäude im Botanischen Garten bezugsfertig sein. Bei einer Begehung Mitte Mai konnten die Mitglieder der Lokalen Agenda sich ein Bild von dem geschwungen, ökologischen Gebäude machen.

Natürlich ist das Gebäude so nachhaltig wie möglich geplant. Nur die Bodenplatte ist aus Beton. Die Lehmwände werden von fachkundigen, engagierten Bauarbeitern gestampft, die bewusst im Lehmbau arbeiten, weil es gesund und ökologisch ist. Die Angestellten der Voralberger Firma Lehm Ton Erde sind erfahrende Maurer aber auch ein Architekt und ein Geographie-Student sammlen ihre Erfahrungen mit dem nachhaltigen Baumaterial. 

Martin Rauch, Keramiker und Inhaber von Lehm Ton Erde hat sich seit mehr als 30 Jahren dem Bau mit dem natürlichen Material verschrieben, das sich seit Jahrtausenden bewährt hat. Er schätzt den Baustoff, der extrem luftdurchlässig ist und so im Winter die Kälte draußen hält und im Sommer für ein kühles Raumklima sorgt. Bei Regen saugt sich die äußere Schicht voll Wasser, dehnt sich aus und hält so das innere Trocken.

Lehm ist Baustoff der Vergangenheit und Zukunft

Rauch weiß eine Menge über Lehm zu berichten. Er erzählt, dass auch wenn bei uns Beton und Ziegel vorherrschend sind, noch immer der Großteil der Gebäude weltweit aus Lehm gefertigt sind. In der westlichen Welt ist das stabile und ökologische Bauen mit Lehm vor allem in der Nachkriegszeit aus der Mode geraten, da man sich von den modernen Baustoffen mehr erhoffte. Doch Beton setzt nicht nur sehr viel CO2 in der Herstellung frei, sondern ist nicht so langlebig wie Lehm. Und Lehm ist ein absolut kreislauffähiger Rohstoff: Wird das Gebäude nicht mehr benötigt, so kann man es einfach mit Wasser auflösen und den Lehm vollständig wieder zu einem neuen Gebäude zusammenfügen. Das geht natürlich nur, wenn die Lehmwände auch mit natürlichen Materialien behandelt und gestrichen werden – wie es im zukünftigen Umweltbildungszentrum der Fall sein wird.

Auch sonst wird das Gebäude ökologisch betrieben: Das Hackschnitzelwerk des Botanischen Gartens liefert die Wärme und eine Photovoltaikanlage auf dem Dach wird den Eigenbedarf decken und den Rest an Strom ins Netz einspeisen. Das Betonfundament wird nach 25 Jahren die Energie, mit der es gebaut wurde, wieder einsparen.

Wenn es fertig wird, wird es in Augsburg ein Bildungszentrum geben, in dem sich die Menschen über den Umgang mit der Natur und darüber informieren können, wie sie ihren persönlichen Lebenswandel umweltschonend anpassen können. Auch wir vom Forum Plastikfrei können die Schulungsräume künftig nutzen, um die Menschen über einen ressourcenschonenden Lebensstil zu informieren. 

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